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Erfolgsverhinderer Business Plan

16. Januar 2014

Nach ausgiebiger Konsultation spezialisierter Strategieberatungen, zahlreichen Telefonkonferenzen, Massen hektischer eMails und Erstellung ausgefeilter Zeitpläne ist es soweit: Die Business Plan Vorlage für das kommende Geschäftsjahr steht bereit. Im Wesentlichen unterscheidet sie sich vom letztjährigen Formular dadurch, dass sie umfangreicher geworden ist.

Mit Glück hat der Business Manager oder Business Development Manager das Dokument aktualisiert. Klartext: Die ganz veralteten Inhalte gestrichen. Den Wortlaut der Ziele, die man sich jedes Jahr vornimmt, so verändert, dass sie zumindest auf den ersten Blick neu scheinen. Ein paar offensichtliche Ziele ergänzt. Die relevanten Passagen des Strategiepapiers beigefügt, damit Sie wissen, was das Management erwartet. Mit noch größerem Glück hat der Manager die relevanten Passagen der Kanzlei-Strategie umformuliert und einkopiert. Zielmandanten eingefügt: DAX30 Unternehmen von A bis Z. Maßnahmen beschrieben wie: Lunch mit Dr. Meyer-Mittenzwei von Dax30-Unternehmen arrangieren. „Jagdgruppen“ und „Target-Teams“ benannt. Weiterbildungsmaßnahmen für das Team definiert: „Monatliche Lunch Lectures zu relevanten Themen mit Junior-Associates“.

Kurz nach Ende der deadline zur Fertigstellung findet endlich das Treffen der Partner der Practice Group statt, um Ziele und Maßnahmen für das Papier zu diskutieren. Nachdem ausführlich bemängelt wurde, wie schlecht das Papier von Business Services vorbereitet wurde, der Zeitdruck beklagt wurde und das so weitreichende Entscheidungen reiflicher Überlegungen bedürften und kaum jetzt mal eben schnell getroffen werden könnten, nehmen alle das Dokument mit und vereinbaren ihren Beitrag direkt an den BD Manager zu schicken. Zu einer echten Diskussion und Auseinandersetzung über Themen und Inhalte kommt es selten. Und der Business Plan fristet für die nächsten Monate wieder ein vernachlässigtes Dasein in irgendeinem versteckten Ordner. So bleibt der Business Plan nicht nur wirkungslos, sondern wird zum Erfolgsverhinderer. Schließlich hat man sich ja mal damit beschäftigt, aber die Vorbereitung war schlecht und das Tagesgeschäft zu anspruchvoll. Ach.

Die Unlust, gerne auch „Tagesgeschäft“ genannt, sich mit einem Business Plan zu beschäftigen ist schwer nachvollziehbar. Bietet die Auseinandersetzung damit im Kollegenkreis doch die Gelegenheit cross-selling Möglichkeiten zu entdecken, Anstrengungen zu bündeln. Sich im Ideenaustausch gegenseitig zu motivieren und Aufwand zu verteilen. Woher diese Unlust kommt, kann vielleicht ein Psychologe erklären. Vielleicht hilft es aber schon die Perspektive zu wechseln? Statt darin ein Kontroll-Instrument zu sehen, den Fokus auf die Möglichkeiten legen. Gemeinsam im Team Ziele festlegen und umsetzen. Gemeinsam in die gleiche Richtung gehen. Erfolg haben. Meßbaren Erfolg haben.

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