Skip to content

In vier Jahren zur Partnerin…

17. Dezember 2013

Eine Leistung, die Anne Hopkins 1982 bei PriceWaterhouseCoopers nicht gelang. Trotzdem sie für den höchstdotierten Beratervertrag verantwortlich war, den die Firma bis dahin an Land gezogen hatte. Sie war die einzige Frau, die in diesem Jahr zur Partnerschaft vorgeschlagen war und wurde abgelehnt. Notizen der Seniorpartner gaben Aufschluß, das sie „uncharmant“ sei. Ein „Macho“. „Kompensiert zu stark die Tatsache, dass sie eine Frau ist.“

Nach einigen Berufungsverfahren kam 1988 eine Mehrheit der Richter am Obersten Gerichtshof zu dem Ergebnis, dass das Unternehmen mit zweierlei Maß gemessen habe und begründete dies im Urteil wie folgt. „Ein Arbeitgeber, der Aggressivität bei Frauen ablehnt, für dessen Berufsbild aber genau diese Eigenschaft erforderlich ist, bringt Frauen in einen unlösbaren und unzulässigen Zwiespalt: Sie verlieren ihre Stelle, wenn sie sich aggressiv verhalten, verlieren sie aber eben auch, wenn sie es nicht tun.“

PriceWaterhouse vs. Hopkins ist immer noch beispielhaft für den Konflikt zwischen der Realität in so mancher Kanzlei und den Inhalten der Recruiting-Broschüre. Der Fall steht auch dafür, dass Werte ein dehnbarer Begriff ist und das die individuellen sozialen Normen den „Homo oeconomicus“ vielleicht stärker in seinem Wirken beeinflussen, als wir alle gerne von uns glauben. Und der heute vom National Law Journal veröffentlichte Beitrag zur sinkenden Zahl weiblicher Associates in amerikanischen Kanzleien legt nahe, das sich soviel vielleicht noch nicht geändert hat. Seit 1982. Seit einunddreissig Jahren.

Es reicht nicht, Teilzeit-Programme aufzulegen und darauf zu achten, das auf den Bildern der Recruiting-Medien auch Frauen abgebildet werden. Der Wertewandel muss in den Köpfen stattfinden. Und das ist keine Altersfrage, die sich mit dem Ausscheiden älterer Partner von selbst regeln wird. Es geht um Werte und soziale Normen, um individuelle Präferenzen und Gewohnheiten. Nur wenn sich die Werte ändern und die Werte des Unternehmens stärker sind als die individuellen Präferenzen, wird eine langfristige Veränderung möglich sein. Dazu sind vielleicht interne Sanktionen nötig, aber auch in Einstellungs- und vor allem Beförderungsverfahren mehr Mut zu Vielseitigkeit und vielleicht nicht ganz so glatten Lebenläufen.

From → Uncategorized

One Comment
  1. sekino permalink

    obwohl, nicht trotzdem …….

Kommentare sind geschlossen.

%d Bloggern gefällt das: