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Rotlichtbezirk Social Media

6. Februar 2012

Ist es nicht erstaunlich, wie schnell und umfassend eMail und Blackberry Einzug in die reglementierte und traditionsgebundene Welt der Anwälte gehalten haben? Von der Jurisprudenz zur Legal Industry.

Und, vielleicht weil wir alle noch überwältigt sind von den Auswirkungen auf die Flexibilität von Mitarbeitern, der Verfügbarkeit von Wissen, der Dynamik eines multi-jurisdiktionalen Mandats, gibt es vielfach eine seltsame Scheu vor Kommunikations-Instrumenten die anders sind als eMail. Instrumente wie Micro-Blogging-Dienste (z. B. Twitter) oder Netzwerke (z. B. xing).

Ganz neu ist der Wunsch Nachrichten über weite Distanzen zu übermitteln ja nicht… So wurden zum Beispiel entlang des Limes mit einem ausgeklügelten System aus Posaunenstößen, Rauch oder Feuersignalen Signale schnell weitergemeldet. Weniger kriegerisch waren Kirchenglocken gedacht, die über das einfache Mittel einer Lautabfolge unterschiedliche Botschaften übermitteln können. Der Code dieser Nachrichten ist uns heute oft nicht mehr geläufig. Der Code in Social Media ist uns vielleicht noch nicht geläufig. Im Zweifelsfall ist es ganz einfach: Sich bewusst machen, das man mit einem anderen Menschen kommuniziert und angemessen respektvoll und höflich bleiben.

Einig sind wir uns sicher darin, dass es nicht schädlich ist sozial aktiv zu sein. In Clubs, Vereinen, auf Abendveranstaltungen und Branchentreffen Informationen auszutauschen, Menschen kennen zu lernen und über gemeinsame Interessen hinaus, vielleicht den einen oder anderen Deal gemeinsam zu machen.

Nun, betrachten wir doch einmal Twitter unter diesem Aspekt: Sie wissen, das dort Menschen mit ähnlichen Interessen sind wie Sie. Möglicherweise ist es nicht schädlich, regelmäßig für eine Stunde dort vorbeizuschauen, sich an den laufenden Gesprächen zu beteiligen, vielleicht die eine oder andere Information aufzuschnappen oder einen neuen Kontakt zu schließen?

Natürlich kann man sich dem verweigern, es als Zeitverschwendung ansehen und einfach nicht mitmachen. Es geht auch nicht jeder gerne auf traditionelle Veranstaltungen. Aber von der Art und Weise wie der pubertierende Sohn Facebook nutzt auf die Seriosität eines so vielseitigen Mediums wie des Internets zu schließen ist einfach kurzsichtig. Oder anders gesagt: Social Media ist nicht der Rotlichtbezirk des Internets.

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